Hubertusmesse 2017 in Walldürn

Außergewöhnlich gut besucht war in 2017 die Hubertusmesse der KJV Buchen in der Wallfahrtsbasilika in Walldürn. Lesen Sie hierzu den Bericht von Bernd Stieglmeier.

  • Hubertusmesse 2017 - Basilika in Walldürn

    Hubertusmesse 2017 - Basilika in Walldürn

  • Hubertusmesse 2017 - Pfarrkirche St. Valentin in Hornbach

    Hubertusmesse 2017 - Pfarrkirche St. Valentin in Hornbach

Erstellt am 14.01.2018

Sehr gut besucht war am Samstagabend in der an diesem Abend überfüllten Walldürner Wallfahrtsbasilika die von der Kreisjägervereinigung Buchen zu Ehren des Schutzpatrons der Jäger, des Heiligen Hubertus von Lüttich, gefeierte Hubertusmesse. Die musikalische Darbietung des Kernteils dieser Hubertusmesse umfasste Werke aus der original französischen Messe „La Messe de Saint Hubert“ von Jules Cantin sowie Werke der österreichischen Komponisten Josef Maderthaner, Karl Stiegler und Josef Schantl und ein Orgel-Arrangement von Wilhelm Bruns und Johannes Michel - dargeboten vom Odenwälder Parforcehorn-Ensemble, von den Waldhornbläsern aus Wagenschwend und der Region, von den Fürst-Bless-Horn-Bläsern der Kreisjägervereinigung Buchen, sowie von dem Organisten Sebastian Scheuermann auf der Dauphin-Orgel der Basilika. Die Predigt hielt der Spiritual der Abtei Lichtenthal, Pfarrer Benno Gerstner. Nach dem zu den Klängen der Fürst-Bless-Hornbläser auf der Empore zu hörenden „Begrüßung“ feierlichen Einzug der beiden Zelebranten und Ministranten konnte Stadtpfarrer P. Josef Bregula OFM Conv. zu Beginn dieser als Hubertusmesse gestalteten Vorabendmesse der Katholischen Pfarrgemeinde Walldürn neben den sehr zahlreich erschienenen Gottesdienstbesucher in der übervoll besetzten Walldürner Wallfahrtsbasilika insbesondere den mit ihm diese Heilige Messe haltenden Spiritual der Abtei Lichtenthal, Pfarrer Benno Gerstner, alle zu diesem Gottesdienst gekommenen Jäger der Kreisjägerschaft Buchen, sowie alle bei dieser Heilige Messe musikalisch mitwirkenden Jagdhornbläser auf das herzlichste begrüßen. Wie er in seiner kurzen Begrüßungsansprache besonders betonen konnte, wolle an diesem Samstagabend im Besonderen dem Heiligen Hubertus von Lüttich, dem Schutzpatron der Jäger, gedenken, Eigentlich sei es seltsam, dass ausgerechnet einer, der das Jagdhandwerk aufgegeben habe, zum Patron der Jäger sowie sodann auch noch zum Schutzpatron der Natur und Umwelt, der Schützen und der Schützenbruderschaften, der Kürschner, der Metzger, der Metallarbeiter, der Büchsenmacher, der Optiker, der Mathematiker und der Hersteller von mathematischen Geräten geworden sei und zudem als Beschützer der Hunde und als Helfer gegen Tollwut gelte. Zu seinem Andenken würden heute Hubertusjagden abgehalten und Hubertusmessen gehalten, doch darüber hinaus könne er allen ein Vorbild darin sein, auf Gottes Stimme zu hören und unser irdisches Leben neu auf Gott auszurichten. Auch wolle man bei dieser Vorabendmesse für alle die beten, denen das Miteinander von Mensch und Tier als Schöpfungsgemeinschaft am Herzen liege. Nach dem von den Jagdhornbläsern nach dieser Begrüßungsansprache sodann  dargebotenen „Kyrie“ und anschließenden „Offertoire/Glo-ria“, nach den Lesungen aus dem Buch Genesis und aus der Offenbarung des Johannes, nach einem Zwischengesang und nach der Verkündigung des Heiligen Evangeliums nach Markus durch den Spiritual der Abtei Lichtenthal, Pfarrer Benno Gerstner begann dieser seine Predigt sodann mit einem von dem ehemaligen königlichen Oberförster Oskar von Riesenthal stammenden Gedicht, das ihm schon in der Vorbereitung auf seine Jägerprüfung, aber auch danach noch immer wieder begegnete und mit dem der ihm nach seiner Jägerprüfung ausgehändigte sogenannte „Jägerbrief“ begann, und dessen hinter diesen Versworten verborgene Botschaft eindeutig sei: Der vor allem wohl jagdlich engagierte Leser dieser gereimten Zeilen solle bei seinem jagdlichen Tun waidmännisch handeln. Im Jargon unserer Tage würde man wohl sagen, dass der Schreiber dieser Zeilen von der Zunft der Jäger das Einhalten ethnischer Prinzipien erwarte. Er fordere mit wenigen, aber eindringlichen Worten eine Jagdethik, die stets „den Schöpfer im Geschöpfe ehre“, was wohl konkret heiße, dass es sich beim Ausüben des jagdlichen Handwerks nicht um eine rücksichtslose Jagd nach Trophäen oder auch delikatem Wildfleisch handeln, sondern das aufgesuchte und erlegte Tier immer zuerst als Gottes Geschöpf erkannt und respektiert werden solle. Das kapitale Geweih eines reifen Erntehirsches, das Gehörn eines starken Rehbocks, oder auch die Waffen eines respektablen Keilers dürften den Jäger zwar erfreuen, aber sie würden nicht ein ungezügeltes, Tier- und Naturschutz Lügen strafendes Verhalten bei der Bejagung erlauben. Man könne den Begriff Jagd aber auch noch ein wenig weiter fassen und komme dabei ganz schnell zu anderen, ebenfalls rücksichtslosen Jägern ohne jegliche Ethik - nicht Wildtieren, sondern Menschen gegenüber. Gemeint sei hier ganz konkret die Jagd nach Renditen, nach Gewinn und Riesenprofiten, nach Macht, Ruhm und Ehre - die von Ellenbogen gesteuerte Jagd nach Erfolg, Karriere und Ansehen, die über Leichen gehe.  In beiden Bereichen, der rücksichtslosen Jagd auf Wildtiere sowie beim ungezügelten Jagen nach Erfolg führe diese unweigerlich früher oder später zu einem Zusammenbruch des Ökosystems, zu einem Einsturz des äußeren wie des inneren Gleichgewichts. Wenn Jagd also nicht zerstörerisch sein solle, müsse sie sich in Dienst nehmen lassen - in den Dienst des Schöpfers, in den Dienst des Menschen und in den Dienst der Natur.  Die allermeisten Jäger, die er kenne, würden sich ganz bewusst von einer Jagdethik leiten lassen, die sehr naturverbunden sei, und die ihre Arbeit als Jäger und Heger sehr zuverlässig und vernünftig tun würden. Zwar könne man in der Bibel im Buch Genesis lesen, dass der Mensch als „Krone der Schöpfung“ gilt, was aber natürlich noch lange nicht heiße, dass wir Menschen über der Schöpfung stünden. Wir würden zwar eine herausragende Rolle innerhalb der Schöpfung einnehmen, aber dennoch immer auch nur ein Teil von ihr seien. Gott habe uns Menschen die Erde anvertraut, doch sei es eine Leihgabe, die wir Menschen hegen und pflegen und nutzen, aber nicht ausnutzen sollten. Und „gut“ bleibe unser blauer Planet Erde nur, wenn wir Menschen im Einklang mit der Natur und nicht rücksichtlos über unsere Verhältnisse und über die Verhältnisse der „Mutter Erde“ hinausleben würden. Wir Menschen müssten stets Verantwortung für diese Welt und alles Leben auf ihr tragen.  Noch einmal betonte Pfarrer Benno Gerstner zum Abschluss seiner Predigt, dass Jagd, wenn sie nicht zerstörerisch sein solle, sich in den Dienst nehmen lassen müsse: in den Dienst der Natur, in den Dienst des Menschen und in den Dienst Gottes - vor allem in den Dienst Gottes, denn er sei der Ursprung und Schöpfer allen Lebens. Ihm würden wir unser Sein verdanken. Nach dem Credo, den vorgetragenen, Fürbitten erklang dann während der Gabenbereitung der von den Jagdhornbläsern dargebotene „Hubertus-Choral“ und danach erfreuten die Jagdhornbläser dann alle Gottesdienstbesucher vor dem gemeinsam gebeteten „Vater unser“ und dem Friedensgruß dem „Sanctus“ und in der weiteren Folge nach dem „Agnus Dei“ ,mit der „Andacht im Walde“ und während der Kommunion mit dem „Waldesgruß“ und einem weiteren Choral, und schließlich nach dem Schlussgebet mit drei Strophen von „Großer Gott, wir loben dich“.  Nach der kurzen Schluss- und Dankansprache von Kreisjägermeister Dr. Henrich Heitmann und Stadtpfarrer P. Josef Bregula OFM Conv. sowie nach dem von letzterem erteilten Schlusssegen stellten sodann das „Sortie“ der Jagdhornbläser mit Orgelbegleitung sowie der „Hubertusmarsch“ den kirchenmusikalischen Abschluss dieser eucharistischen Vorabendmesse der Katholischen Pfarrgemeinde Walldürn sowie traditionellen „Hubertusmesse“ der Kreisjägerschaft Buchen im Jahr 2017 in der Wallfahrtsbasilika in Walldürn dar.                                        

Text und Aufnahmen: Bernd Stieglmeier  

Erstellt am 14.01.2018
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